Allgemein Mit Hund Norwegen Tipps

Norwegenurlaub mit Hund – Bestimmungen, Tipps und Packliste

Wer in den Urlaub nach Norwegen fährt, möchte seinen vierbeinigen Begleiter natürlich gerne dabei haben. Durch neue Regelungen ist das zum Glück mittlerweile auch recht einfach geworden. Nachfolgend daher jetzt einiges, was es zu beachten gibt, welche Bestimmungen auf Fähren gelten und unsere Packliste für Lotti.

Einreisebestimmungen

Als Erstes kommen wir zu den Einreisebstimmungen. Auf der offiziellen Norwegenseite gelten dabei folgende Regeln:

  • der Hund muss gechipt sein
  • man benötigt eine Ausweis mit sämtlichen, wichtigen Informationen, wie Impfungen, Name des Halters und Identifikationsmerkmale des Hundes
  • eine aktuelle Tollwutimpfung
  • eine aktuelle Behandlung gegen Bandwurmbefall (Echinococcus multilocularis)

> hierbei gilt, dass der Hund innerhalb von mindestens 24h bis spätestens 120h vor der Einreise behandelt wurde

> eine Alternative ist die 28 Tage Regelung – der Hund wird innerhalb von 28 Tagen 2x entwurmt, damit die Behandlung eine Gültigkeit für weitere 28 Tage hat

  • max. 5 Hunde sind erlaubt

Da wir während unserer Reise verschiedene Grenzen und diese mehrfach passiert haben, war für uns die 28-Tage-Regel am Sinnvollsten. Somit geht man dem Tierarztbesuch in den skandinavischen Ländern (dessen Preise natürlich sehr viel höher sind) aus dem Weg.

Einreise über Schweden und/oder Finnland

  • dieselben Einreisebstimmungen (in Schweden benötigt man keine Entwurmung, in Finnland schon)
  • für diese Variante am Besten die 28-Tage-Regelung

Verbotene Hunderassen

  • Pit Bull Terrier
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Tosa
  • Dogo Argentino
  • Tschechoslowakischer Wolfhund
  • Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf

Zollbestimmungen

  • in allen Ländern ist es Pflicht, den Hund inkl. der nötigen Dokumente beim Passieren der Grenze beim Zoll vorzuweisen
  • bei der Ankunft den roten Bereich/die rote Spur nutzen und entweder im Zollhaus anmelden oder, wenn jemand direkt dort steht, die Dokumente vorzeigen

Der ganze Prozess ist wirklich sehr vereinfacht worden. Bei jeder Grenzüberquerung zwischen Deutschland und Norwegen gab es keine Probleme. Die Zollbeamten waren immer sehr freundlich und meistens hat Ihnen ein Blick in den Ausweis genügt.

Hier könnt ihr alles nochmal genaustens Nachlesen: Einreisebstimmungen für den Hund

Fährbestimmungen

Die einfachste Variante nach Norwegen zu kommen, ist die Fährüberfahrt. Aber wie verhält es sich eigentlich mit dem Vierbeiner auf den Schiffen? Auf so gut wie jeder Fähre ist die Mitnahme von Hunden gestattet. Dabei gibt es unterschiedlichste Bestimmungen, wo unser Vierbeiner während der Überfahrt verweilen muss. Von Hundekabinen über sogenannte Hundehotels im Zwinger bis zum Verbleib im Auto ist alles möglich. Ich habe euch hier die Bestimmungen der jeweiligen Fähranbieter als Link zusammengefasst.

Jeder Hund ist unterschiedlich und kann sich dementsprechend an Gegebenheiten anpassen. Für unsere erste Fährüberfahrt haben wir daher erstmal eine kürzere Strecke gewählt, von Sassnitz nach Trelleborg in 4 1/2h. Den Hund konnten wir mit an Deck nehmen, was uns ebenso wichtig war. Neues in fremder Umgebung und dann eventuell noch allein im Zwinger wollte ich unserer Hündin beim ersten Mal nicht gleich zumuten. Was vielleicht auch an mir lag und weniger an ihr 🙂

Bitte bedenkt auch, dass es Fähren gibt, auf denen der Hund im Auto bleiben muss. Das Autodeck kann im Sommer sehr warm werden und ist für den Vierbeiner sicherlich nicht gerade angenehm.

Inlandsfähren

Auf Fähren im Inland ist die Mitnahme von Hunden kein Problem und kostenfrei. Der Hund muss allerdings im Auto bleiben und darf nicht an Deck. Dies gilt auch für längere Fahrten, wie zum Beispiel Bodø – Moskenes.

Gesetze vor Ort

Wie auch bei uns gibt es in Norwegen natürlich Bestimmungen für Hunde. Einiges ergibt sich als Hundehalter eigentlich von alleine, aber ich habe nochmal grob zusammengefasst, was ihr beachten solltet:

  • Leinenpflicht in der Natur vom 1. April bis 20. August aufgrund von Weidetieren
  • innerhalb von Ortschaften besteht immer Leinenpflicht
  • im Restaurant sind Hunde nicht so gerne gesehen, am Besten vorher informieren
  • die hier in Deutschland ebenfalls üblichen Regeln, also Hinterlassenschaften entfernen

Natürlich ist das mit der Leinenpflicht so eine Sache. Ich gestehe, dass wir Lotti auf Wanderungen auch mal von der Leine befreit haben. Allerdings hört sie auf Zuruf und ist nicht besonders jagdfreudig auf andere Tiere. Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Devise. So haben wir sie immer angeleint, sobald Menschen oder Tiere in der Nähe waren. Auf den Lofoten zum Beispiel war es nahezu unmöglich, sie mal rennen zu lassen, aber gerade bei abgeschiedenen Wanderungen war das eigentlich kein Problem 😉 Das muss jeder für sich entscheiden. Ihr kennt euren Hund und sein Verhalten am Besten.

Unsere Packliste

  • Jogging Hundeleine* – als Wanderer unabdingbar für mich, die Leine wird um die Hüfte befestigt, somit hat man immer beide Hände frei
  • Schleppleine* – für weite Wiesen und Felder super, im Wald und zum Wandern natürlich ungeeignet 😉
  • Hunter Norwegergeschirr* – ebenso ein wichtiger Punkt – beim Wandern hat man so mehr Kontrolle über den Hund und kann im Notfall besser zupacken
  • Hunderegenmantel* – für Norwegen perfekt, hält nicht nur den Regen ab, sondern wärmt auch noch
  • Hunderucksack* – bei längeren Wanderungen eine gute Sache, auf die eine Seite ein paar Leckerlis und das Regencape, auf die andere ein bisschen zu trinken (denkt daran, euer Hund ist kein Esel)
  • Hundeschuhe* – ich habe mich immer dagegen gesträubt und muss am Ende sagen, dass ich froh bin, sie geholt zu haben – wir haben mehrere getestet und diese waren die Einzigen, mit denen Lotti auch laufen konnte – Schutz vor Salz, scharfkantigen Steinen und Kälte
  • Hundesocken* – zusammen mit Vaseline für den Abend
  • Vaseline – zum Pflegen von gereizten Pfötchen super
  • Maulkorb* – Pflicht auf manchen Fähren und in öffentlichen Verkehrmitteln
  • Napf und Essen – versteht sich von selbst

Ich hoffe, ich konnte euch weiterhelfen und dass der Urlaub für euch zusammen mit dem liebsten Gefährten jetzt Nichts mehr im Wege steht. Solltet ihr noch Fragen haben, hinterlasst mir einfach einen Kommentar.

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2 Kommentare

  • Antworten
    kilkennyblue
    3. Dezember 2018 um 16:54

    Danke für den ausführlichen Bericht. hilft mir sehr bei der Planung meines Roadtrip nächstes Jahr mit der Hunde-Dame nach Norwegen.

    • Antworten
      thenorthtraveller
      4. Dezember 2018 um 22:16

      Hei hei, freut mich, wenn ich behilflich sein kann 😉 Solltest du noch Fragen haben, schreib mir einfach. Ansonsten wünsche ich viel Spaß mit deiner Hunde-Dame in Norge. Beste Grüße Steffi

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