Norwegen Roadtrip

8400 Kilometer durch den Norden – Planung und Umsetzung

Ich bin platt, überwältigt, voll von Impressionen und Geschichten. Während all die verschiedenen Landschaften noch immer wie bei einem Daumenkino an mir vorbeiziehen, versucht mein Kopf diese zu ordnen. Immer, wenn ich beginne, von unserem Roadtrip zu erzählen, schießen mir tausend Dinge durch den Kopf, die dann völlig ungeordnet aus mir raussprudeln. Deswegen beginne ich einfach von ganz vorne.

Die Planung

Lange war uns nicht klar, ob unser Plan, dieses Jahr bis ganz in den Norden zu fahren, klappen würde. Sowohl zeitlich als auch finanziell. Die erste Hürde war gemeistert, als wir die Zusage für unseren Leihwagen bekommen haben – noch einmal vielen Dank an Elkes Papa! Viel Zeit hatten wir nun nicht mehr, bis unsere Reise starten sollte. Ich glaube, es war nicht mal mehr ein ganzer Monat. Neben der Arbeit wurde nun alle Zeit für die Reiseplanung genutzt.

Welche Orte wollen wir sehen und was wollen wir dort machen?

Wie genau soll die Route aussehen?

Was nehmen wir alles mit?

Wie bekommen wir alles im Caddy unter inkl. Hund?

Wie war das nochmal mit der Einreise mit Hund?

Und überhaupt, was bekommt Lotti zu essen statt ihrem Frischfleisch?

Fragen über Fragen schossen uns durch den Kopf und mussten beantwortet werden.

Innerhalb von 3 ½ Wochen soll es von Dresden über Sassnitz und Trelleborg durch Schweden und Finnland zunächst auf die Halbinsel Varanger im Norden Norwegens gehen. Was bedeutete, drei verschieden Grenzen zu überschreiten – mit Hund. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, Lotti innerhalb von 28 Tagen zweimal zu entwurmen, damit diese Impfung dann 28 Tage Gültigkeit hat.

Die Fähren von Sassnitz nach Trelleborg und zurück buchen wir zeitnah und kommen mehr oder weniger günstig dabei weg. Drei bis vier Tage wollen wir uns Zeit für die Anreise nach Varanger nehmen. Dann soll es noch nach Hammerfest, in die Lyngener Alpen, nach Senja und auf die Lofoten gehen. Auf dem Rückweg ist noch eine Wanderung auf den Besseggen angedacht. Laut Maps sind das etwa 7500 Kilometer. Was wir alles machen wollen, wird in „unbedingt“ und „wenn wir noch Zeit haben“ aufgeteilt.

Auch an das Essen für Lotti musste gedacht werden

Die nächste große Frage, die uns beschäftigt – was bekommt Lotti zu essen? Wir hatten lange mit einer Magen-Darm-Erkrankung zu kämpfen und das Einzige, was danach noch funktioniert hat, war frisches Fleisch – also tiefgefroren. In unserem Fall also unmöglich, diese Menge mitzunehmen. Die Firma, bei der wir sonst Lottis Essen holen, bieten auch Dosenfutter an – ohne viel sonstiges Zeug außer Brühe, Fleisch und Gemüse. Die Umgewöhnung starten wir etwa 1 ½ Wochen vorher, in dem wir immer mehr des Dosenfutters unter ihr eigentliches Essen mischen. Es hat funktioniert. Zum Glück.

Auch wir machen für uns einen Essensplan. Alles, was mit einem Kocher schnell zu machen ist, wie dünne Nudeln mit diversen Soßen, Cous Cous und Gemüse, auch mal Linsen aus der Dose oder Fertigpackungen. Darauf gehe ich dann nochmal in einem gesonderten Beitrag ein.

Vom Plan in die Tat

Ich muss zugeben, ein bisschen skeptisch war ich anfangs schon. Zwei Mädels und ein Hund in einem Caddy Camper – 7.500 Kilometer in 3 ½ Wochen… Kann das gut gehen? Ja, es kann!

Wir saßen nicht nur im Auto, obwohl es am Ende sogar 8.400 Kilometer geworden sind. Ein Roadtrip bedeutet natürlich, viel zu fahren, aber die Erlebnisse überwiegen und die Facetten von Natur und Tierwelt sind einmalig.

Map tiles by Stamen Design, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under CC BY SA.

Ein paar Dinge haben wir aufgrund vom Wetter oder der Lust ausgelassen. Was wir alles geschafft haben:

Inari

  • Wanderung zur Wildniskirche

Varanger

  • Vadsø – Stadtbummel
  • Landschaftsroute Varanger
  • Vardø – Drakkar und Stadtspaziergang
  • Hamningberg – Wanderung zur Åmen-Höhle/Ovn und Stadtspaziergang
  • Ekkerøy – Wanderung auf der Vogelinsel
  • Berlevåg  – Stadtspaziergang
  • Wanderung zum Tana Horn
  • Store Molvik – Strandspaziergang
  • Kongsfjord – Besuch des Landhandel und Wanderung auf der Vogelinsel
  • Sandfjorden – Strandspaziergang

Auf dem Weg nach Hammerfest

  • Besuch des Silfar Canyon
  • Spaziergang zum Trollholmen

Hammerfest

  • Stadtspaziergang
  • Wanderung auf den Salen entlang des Gammelveien

Lyngenalps

  • Wanderung zum Blåvatnet

Senja

  • Wanderung zum Segla
  • Landschaftsroute Senja mit Zwischenstopps

Lofoten

  • Stadtspaziergang in Henningsvær
  • Hauklandstrand mit Wanderung auf den Mannen
  • Wanderung zum Veinestinden
  • Besuch der Schmiede in Sund
  • Landschaftsroute Lofoten

Fjærland

  • einfach mal Entspannen mit kleinem Stadtspaziergang und Waffeln mit Kaffee

Während unserer Reise haben ebenso viele Tiere unseren Weg gekreuzt. Zum Glück haben wir eine Strichliste geführt, weil wir oftmals gar nicht so schnell fotografieren konnten und sonst wahrscheinlich vieles vergessen würden:

  • Rentiere – sehr viele (4 davon schwimmend!)
  • Seeadler 19
  • Elche 9 (davon nur einen Männlichen)
  • Polarfuchs 1
  • Schneeschuhhase 1
  • Fuchs 1
  • Robben 3 (zwei davon jagend, was ein Schauspiel)
  • Rehbock 2
  • Wildschwein 1
  • Eichhörnchen 1
  • Wale 6
  • Eule 1
  • Emus 5

Insgesamt hatten wir sieben Übernachtungen auf einem Campingplatz, eine in einem Hotelzimmer und eine Nacht in einer Hütte. Den Rest der Zeit standen wir frei. Für Lotti hatten wir eine Art zusammenfaltbares Podest für den Beifahrersitz gebaut, wo ihr Körbchen für die Nacht perfekt Platz hatte. Das Dosenfutter hat ganz gut funktioniert. Ich glaube, das ist das, worüber sie sich hier wieder am Meisten gefreut hat – ordentliches Essen 🙂 Über die Grenzen sind wir ohne Probleme gekommen. Einfach kurz beim Zoll anhalten, Ausweis vorzeigen, weiterfahren.

Schwärmen kann ich wahrscheinlich noch Wochen lang und immer wieder fallen mir kleine Erlebnisse ein. Es war einfach der Hammer. Würde ich es wieder machen? Auf jeden Fall!

Bald nehme ich euch mit zu unserer ersten Station – die Halbinsel Varanger!

Habt ihr noch Fragen, die euch beschäftigen? Dann hinterlasst mir enfach einen Kommentar.

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